Der Großauftrag für die Bilder von “Hessen schafft Wissen” hat ordentlich Wind in den sozialen Netzwerken gemacht und unter Kollegen und Bildbearbeitern die Frage aufgeworfen, wie man an ein so großes Projekt herangeht und es stemmt. Ich möchte diese Frage etwas minimieren und aufteilen, da es viel darüber zu berichten gibt und der Blogeintrag keinen Brockhausband füllen sollte. Daher gehen wir die Sache etwas kleiner an und fragen uns, wie man einem Kunden ein Bild, wie das unten ausarbeitet erstellt und was dazu für Arbeitsschritte nötig waren.

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Mein Auftraggeber hatte natürlich schon seine Vorstellungen in welche Richtung die bearbeiteten Bilder gehen sollten, lud mich auch schon für ein Testshooting und eine Testbearbeitung nach Darmstadt ein und wusste somit, wie ich an meine Bilder herangehe, was dazu benötigt wird und was ich ihm am Schluss bieten kann. Jedoch war uns auch bewusst, dass jedes der geplanten Werke an einem anderen Platz (Hochschule, Universität) mit anderen Models und einem anderen Schwerpunkt geshootet wird. Daher durfte ich bei meiner Shootingreise durch das Land Hessen, auf jeder Location min. drei Hintergründe, für mich toll nutzbare Stockbilder machen. Ebenso wurden alle Models auch schon vor Ort geshootet. Alle vor weißem Hintergrund und meist auch on Lokation um die Lichtverhältnisse an den ausgesuchten Orten zu erkennen und später in die Arbeiten einzuarbeiten.

Bildschirmfoto-2016-05-27-um-08.43.47 Das Shooting vor Ort wurde mit dem mobilen Studio gemacht. Die Personen konnten dabei vor weißem Hintergrund, einzeln und in dem selben Winkel, der selben Brennweite und der selben Größe fotografiert werden. Dies erleichtert am Schluss dann bei der Bearbeitung das Problem der Perspektive sehr, da ich bei allen Bildern, egal ob Model oder Hintergrund, immer genau dieselben Einstellungen genutzt habe. Wir hatten viele Modelle und alle nur erdenklichen Posen und Ausdrücke geshootet, um dann, Monate später eine große Auswahl zu haben und aus dem Vollen schöpfen zu können.  Vor jedem Shooting wurde mit Modelverträgen gearbeitet um auch das Recht an den Bildern zu bekommen. Das ist immer wichtig, denn es braucht nur eine der abgelichteten Personen, nach tagelanger Retuschearbeit dann seine Meinung ändern und wir müssten wieder von vorne anfangen.

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Der Hintergrund war das Ausschlaggebende für jedes Motiv. Wir ersuchten die Pressestellen der Unis vorab schon passende Motive mit weitläufigen Hallen, Räumen oder Laboren zu suchen, um dann vor Ort auf den meist gigantisch großen Kampussen schnell voran zu kommen. Da meist nur architektonische Teile (wie oben die Decke des Bauwerks) genutzt wurden, konnte man vorab noch nicht genau sagen, welche Bereiche wichtig waren. Sie sollten nur genau so wie die Models und ohne andere Personen abgelichtet werden.

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Wichtige Motive als Stocks ablichten.

Egal auf welcher Uni wir eingeladen wurden, jede hatte viele Fachbereich die sich sehen lassen konnten und da es uns frei stand, was wir in die Bilder einbauten, konnten wir aus dem Vollen schöpfen. So gelang es uns vom Teilchenbeschleuniger über die Sammlung von Sprachatlanten bis hin zum Elektromotorrad tolle Bilder zu machen, die perfekt in Composing eingebaut werden konnten. Das oben gezeigte Motorrad wurde in einer Langzeitbelichtung aufgenommen um das Licht der Scheinwerfer gut sichtbar zu machen. Selbiges musste oft gemacht werden, daher war das Shooten vom Stativ immer wichtig.Bildschirmfoto 2015-05-12 um 08.58.28Die Ausarbeitung:Ein Monat später wurden die Bilder dann digital mit Photoshop ausgearbeitet. Das obere Bild zeigt einen Grobentwurf mit rund 3 Stunden Arbeitsaufwand. Schnell und noch nicht sauber freigestellte Elemente wurden dabei so angeordnet, dass sich mein Auftraggeber ein Bild des Composing machen kannte. Einige Elemente wurden nach dem Schritt wider gestrichen, es wurde versucht neues einzubauen, oder zu ändern und so war das Erstellen des fertigen Bildes, eine Zusammenarbeit zwischen Agentur und mir, wobei man mir immer viel Freiraum lies und viele Ideen umgesetzt werden durften, von denen ich anfangs dachte, das ist “too much” 😉Hessen-DHA-Darmstadt-FINAL-DRUCKDas obere Bild zeigt einen fast finalen Entwurf. Bis dahin sind es rund 8 Arbeitsstunden verteilt auf rund einer Woche. Täglich wurde früh am Morgen telefoniert und die Arbeiten Stück für Stück zerlegt und besprochen. Da es sich bei den Werken nicht nur um einfache Composing die “krachen” müssen handelt, sondern Fachbereiche von Universitäten und Hochschulen abdeckt, dauerte manchmal die Recherche zu den einzelnen Bildelementen länger als das Freistellen, oder der Einbau. Rücksprache mit den Leitern der Fachbereiche um genau rauszufinden, ob die Stockbilder die man gekauft hatte auch wirklich passen, waren extrem wichtig und so benötigten manche Bilder einfach auch ihre Zeit, bis man alles gefunden hatte das zu einem Ganzen führte.Hessen-DHA-Darmstadt-3-FINALER-DRUCKDas fertige Bild: Ja, es wurde noch einiges geändert. Die Models haben die Plätze getauscht, ein weiteres Motorrad konnte eingebaut werden und das Gras auf dem unsere Models standen, wich einer Strasse die Thematisch einfach besser zum Bike passte und mehr Tiefe in das Bild brachte. Bis zu diesem Punkt wurden gut 14 Arbeitsstunden an Retusche benötigt, es handelt sich immer um ein GroßformatPSD, da die 2 Gig an Datenmenge immer Überschritten wurden. Alle Stockbilder wurden bei Fotolia gefunden und mit rund 90 Ebenen war jedes Bild das erstellt wurde eine Großauftrag für sich.All das wäre nicht ohne guter Zusammenarbeit und Planung gegangen. Die Kommunikation zwischen Kunden und meinem Team klappte extrem gut und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

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Wer sich die Bilder in groß ansehen möchte, hat dazu noch bis zum Sonntag den 29.05.16 die Möglichkeit. Kommt einfach nach Herborn zu den Hessentagen und schaut euch die Bilder am Messestand an. Sie wurden dafür auf eine große Leinwand von sage und schreibe 60 Metern x 4 Metern ausgedruckt und zieren die Rückwand der Messestände der einzelnen Fachbereiche der Unis und Hochschulen.

Euer Matthias