“es ist unglaublich wie kindisch du bist, ich bin gespannt wann du mal erwachsen wirst!”
“Unsere Kinder hätten die größte Freude mit dir.” 
“Meine Tochter denkt sie wäre ein Einhorn, ich bin froh wenn das nachlässt und sie etwas erwachsender wird!”

Ich muss in meinem heutigen Blogeintrag vorab auf drei Sätze verweisen, die ich in den letzten Tagen gelesen, oder gehört habe. Mütter und Väter bemängelten das Verhalten ihrer Kinder und wünschten sich das Schulalter herbei, in dem die verträumten “kindischen” Stunden ein Ende nehmen.
Das sind durchaus reale Vorstellungen, denn es wird genau so sein. Bis zu einem gewissen Alter, kann man seinem Kind ein Kiste bunter Holzklötze in die Hand drücken und es wird damit spielen, seine Fantasie nutzen um sich eine Welt zu bauen und sich zu beschäftigen. Nach und nach, lässt dies aber nach, man lernt sich auszudrücken, über Dinge im Leben nachzudenken, Probleme zu bekommen und die kindliche Welt wird hinter einem gelassen. Fantasie, Vorstellungskraft und spielerischer Ideenreichtum verblassen Schritt für Schritt im Austausch gegen das “Erwachsen werden”.

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Ich bin 35 Jahre, mein Job ist es kreativ zu sein, meine Kunden und Auftraggeber nutzen meinen geistigen Rummelplatz um Einfälle und Ideen zu bekommen, die sie nicht mehr haben. Fragt mal in einer Werbeagentur nach, ob deren Kunden eine gute Vorstellungskraft haben, oder ob man ihnen erst Bilder und Entwürfe der geplanten Auftrage zeigen muss. Viele werden euch sagen, dass es sehr schwierig ist, ihnen das zu beschreiben was in den Köpfen der Agentur schon ein Bild ergab. Es fehlt einfach an der Vorstellung.

Doch wann wurde das “Kind sein” schlecht gemacht, wann wurde das Wort “Kindisch” zu einer abwertenden Bezeichnung?  Nun das machen die Kinder schon selbst, da ab einem gewissen Alter der Wunsch geweckt wird, erwachsen, reifer und gescheiter zu sein. So wie die Erwachsenen. Der einzige Nachteil an der Geschichte ist: Man vergisst dass Spielen einem Ideen bringt, man versteckt seine kreative Ader, die man so viele Jahre in der Jugend voll und ganz ausgeschöpft hat um in eine Welt aufzusteigen in der man belächelt wird, wenn ein Besenstiel auf dem man reitet, sein Drache ist der einen durch den Vorgarten fliegt.

“unser Kind hätte die größte Freude mit dir” 

Ach ja, hätte es das, warum? Weil ich mir auf Anhieb eine Welt vorstellen kann, sie mit meinen Wünschen und Ideen zurecht baue und mich darin wohl fühle? Oder weil ich noch unwissend bin, unfähig alleine zu leben, abhängig von den Großen die “Spielen” als lächerlich sehen? Ich denke das ersteres die Sache auf den Punkt bringt. Vorstellungskraft macht vielen Angst, da man seinen Geist auf eine Art und Weise nutzt, wie man es schon lange verlernt hat. Weil man mit sich selber Spass haben kann, ohne Geld für einen bezahlen zu müssen, der dir zwei Stunden in einem Kino eine Welt beschreibt, die du dir alleine nie ausdenken könntest!

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Geh mal tief in dich rein und versuch dich an den letzten Tag zu erinnern, an dem du wie ein Kind gespielt hast. Versuch dich daran zu erinnern, was du dabei gefühlt hast, denn ich versichere dir, traurig warst du dabei nicht!

Ich bin nicht fähig heute einen Blogeintrag zu schreiben der auf den Punkt kommt, der ein womöglich fünf Tips für ein kreativeres Leben gibt. Nein das schaffe ich nicht, jedoch möchte ich zum Denken anregen und zum Stolz sein, wenn man seinen Kindern beim “der Boden ist Lava” Spiel zusieht… und womöglich auch eine Runde mitspielt! 😉

Spielen ist den Geist für sich nutzen
kreativ sein ist es, aus nichts etwas zu erschaffen
seid kindisch Leute, werdet wider zum Weltenbauer!

euer Matthias

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