Inspiration… das ist wohl das wichtigste in einem kreativen Beruf. Sie einzuholen und ständig auf der Suche zu sein ist das Um und Auf um am Ball zu bleiben, Erschaffen zu können und am Ende auch das zu sein, was der Kunde, der Betrachter… ja wer auch immer verlangt.

Ich hab hier ein Beispiel, wie es zu einer ausgearbeiteten Idee kommt.
Es war nicht zwingend der Wunsch von mir, in dieser Richtung Arbeit zu leisten, aber ich bin beim Durchstöbern einer meiner Lieblingsseiten auf folgendes Bild gestoßen:

Ok, “Rocket” der kleine Waschbär, den man nie so bezeichnen dürfte, weil er das ja gar nicht ist, stammt aus dem Film Guardians of the galaxy der vor zwei Jahren ziemlichen Erfolg hatte.
Da in Kürze ein zweiter Teil bevorsteht, wäre es doch eine tolle Geschichte, den kleinen Racker mal nachzubauen und zu versuchen ihm durch Photoshop Leben einzuhauchen. Bestimmt kein leichtes Unterfangen und bestimmt auch eine der Ideen, die womöglich zum Scheitern verurteilt sind. Aber hey, wenn man es nicht versucht, kann man nicht sagen wo man steht! 😉

Und weiter gehts, ab in die unendlichen Weiten des Webs, auf der Suche nach Material, Posen Lichtstimmungen… im Grunde genau das was ein Moodboard in der Modefotografie oder ein Storyboard im Film wäre. Unbewusst, sammle ich mir die Schlagworte für meine Geschichte aus dem Netz und erkenne schnell, welche Art von Bildaufbau ich haben möchte, wo Probleme schon vorprogrammiert sind und was ich auf gar keinen Fall machen möchte. Eigentlich könnte man dies mit einem Brainstorming im Team einer Bank vergleichen… nur ohne Flipchart, tollen Computer, sexy Sekretärinnen die einem beim Denken Kaffee reichen und ein Chef der sagt, du bekommst mehr Geld, wenn deine Idee viel Einbringt. Äm, ja, ich schweife ab..

Brainstorming und Infos einholen:

Auch auf die Gefahr hin, dass Google mich jetzt wegen dieses Beitrags klagt, da ich ja seine Bilder weiter nutze, fahre ich dennoch unerschrocken illegal fort und geb einfach nur mal als Beispiel an, welche Bilder ich mir da so ansehe, was brauchbar ist und was gleich in die Tonne kann. Mehr als eine Person wäre zu viel Aufwand, Farblich, kann es gerne dunkler werden (Verdeckt viel im Bild und macht es einfacher zu vertuschen) Waffe wäre cool, aber fast nicht möglich online zu bekommen, oder doch?

Jap und da wären wir dann bei der eigentlichen Suche der Bilder die für den Bau benötigt werden. Denn daran kann das Ganze sehr schnell scheitern. Google ist toll, hab ich das erwähnt, nein, ok dann sag ich es jetzt. Aber die Bilder die man dort sieht, darf man nicht nutzen und schon gar nicht für ein Bild, das man später noch weiter verarbeitet, daher kommen Stockfotoseiten in’s Spiel, welche da wären: Fotolia… (ok, ich geb zu, ich hab da einen Account und kaufe eh nur da 😉 )

Na toll: Waschbären gibt es wie Sand am Meer. Sogar schon vor Weiß um die Freistellung zu erleichtern, aber so ganz glücklich bin ich noch nicht. Mir fehlt ein Waschbär mit grimmigen Blick, am besten mit gefletschten Zähnen, oder so. “Memo an alle Fotoliafotografen da draußen: Das ist eine derbe Marktlücke, geht arbeiten und macht solche Bilder. Ihr werdet reich, ich kauf auch eins!”

Und so füllt sich Schritt für Schritt mein Leuchtkasten auf der Seite, aber auch die Bedenken, die Bilder könnten nicht zu 100% zusammenpassen. Was bringt mir die Vorschau, oder die stark verkleinerten Bilder die man als “Muster” laden kann, wenn ich dabei dann nicht erkenne, welche Fellstruktur, am besten vom Kopf auf den Körper passt!

ABER, jetzt kommt:
Ich kauf die Daten einfach nicht mehr… ich bearbeite sie ohne sie zu erwerben und sage erst am Schluss, wenn alles gut zusammen passt, dass ich sie haben will. Klingt wie ein faires Angebot eines russischen Autohändlers, der dir den Wagen gleich in zwei Teilen liefern würde. (spart Frachtkosten) und du zahlst ihn erst, wenn du damit zufrieden bist. Danke Mama, du hast mich gelehrt, solche Angebote zu überdenken, daher bin ich ja auch jetzt mit einem Prinzen aus Afrika befreundet, der mir all sein Geld vorübergehend leihen würde.
Schwaighofer du schweifst ab…
Nein, Spass bei Seite Leute, Adobe Stocks ist da schon extrem geil, denn genau um die geht es jetzt. Wenn ihr Photoshop nutzt und dabei mit dem Internet verbunden seid, könnt ihr selbige (siehe Bild) ganz einfach wie auf einer Stockfotoseite suchen, Laden, Kaufen… Und das eben erst dann, wenn ihr euch sicher seid, dass sie passen. Genau das habe ich immer gesucht, denn jetzt kann man rumprobieren und das so lange, bis alles passt! (das geht beim Russen drei Zeilen weiter oben leider nicht)

Und so entsteht meine Skizze mit schon guten Bildern, viel Infos für mich auf was ich in Zukunft dann beim Bau beachten muss. Teilweise schon mit einer geilen Stimmung und falls ich mich doch entschließe nicht heute in das Projekt zu starten, dann sind alle Bilder die ich nutzen möchte, in meiner Bibliothek verankert und können von dort aus zu einem beliebigen Zeitpunkt genutzt werden.

Ob mein Rocket nun das Licht der Pixelwelt erblicken wird oder nicht, steht noch in den Sternen. (toller Vergleich, oder?) Fakt ist nur, dass ich so zu Informationen komme, die ich im Kopf alleine mir nicht ausmalen kann. Ich sehe jetzt schon ob es was wird, kann planen und erkennen die Masse an Arbeit die bevor steht. Und das Beste ist, wenn bei einer Idee, die zu einer Skizze wurde, die Augen zu leuchten beginnen… dann sagt dem Wunsch von sexy Sekretärinnen “goodbye” denn dann habt ihr euch selbst motiviert, inspiriert und erschafft gerade eine Idee zu etwas Handfesten!

Euer Matthias