Kennt ihr das, ihr habt Gäste zu Hause, Fotografen oder Modelle, die aus einer anderen Gegend kommen und selbige können es kauf fassen in welch einer unfassbar schönen Gegend ihr lebt

Die Gäste sehen Spots und Ecken, die sie für wunderbar empfinden, würden an so vielen Plätzen gerne shooten, aber euch geht das irgendwie am A.. vorbei weil es nichts neues ist.
Mir geht das sehr oft so, ich lebe in den Bergen, sehne mich aber nach Großstädten und dem Meer. Versteh nicht, warum einer, der in Spanien am Wasser lebt, nicht jeden Tag dort seine Modelle ablichtet. Aber hey… genau das gleiche ist doch bei mir auch. Ich arbeite dort, wo andere Geld für einen Urlaub ausgeben, doch woher kommt das?

Man sieht sich satt, sieht seine Umgebung nicht mehr als besonders und sehnt sich nach dem Neuen.

Und täglich grüßt das Murmeltier: 
Ok, nun bist du Fotograf und hast das Gefühl, in deiner Nähe ist alles öde und es finden sich keinerlei Spots zum shooten.
Ich hab dazu mal einen tollen Text eines Fotografen aus Barcelona gelesen, der verspricht im Umkreis von 100 Metern um sein Haus, min. 20 Spots zu finden, an denen man unfassbar gute Bilder machen kann. Doch wie geht man an so eine Sache heran?
Nun ich glaube man muss neu Denken und zwar so, als wäre man neu in der Stadt. Die Treppe, der Eingang, die Mauer vor dem Haus. Ich sehe sie täglich, nur kennt sie sonnst eben keiner und das muss einem bewusst sein. Und genau so sollte man an die Sache heran gehen um seine Heimat fotografisch für sich interessanter zu gestalten und neu zu entdecken.
100 Meter Radius um sein Haus, das ist nicht viel, aber wer die Augen aufmacht, gezielt nach Texturen, Strukturen, Winkel und Ecken sucht, findet bestimmt auf eine neue Art und Weise, einzigartige Möglichkeiten um sie auf den Film/Chip, bannen zu können.

12080280_901856789890978_1969382966735536407_o

Bild: Model Leo Laluna Fotograf La Calva

Das erste mal in seinem Studio:

Ihr habt zu Hause ein Studio, eine Ecke zum shooten mit einigen Requisiten oder Ecken, die ihr schon viele Male auf Bildern gezeigt habt..?
Ja, das hab ich auch, nur nach dem letzten Besuch eines Fotografen, sehe ich meine Wohnung, meinen Lebensraum als etwas ganz anderes. Er ging durch die Räume und ich fragte, ob er denn im Studio shooten möchte. Nein sagte er, eine weiße Wand, hab ich auch bei mir zu Hause, ich möchte den Lebensraum für mich nutzen.
Und so nutze er die Küche, das Wohnzimmer, den Fußboden… eben all die Ecken die ich noch nie gesehen oder für gut befunden habe und machte was Neues daraus.
Und genau seine Bilder, seine Art sich in meinem Lebensraum umzusehen hat mir gezeigt, dass ich arbeitsblind geworden bin, Dinge in meinem Umfeld als “naja” oder gewöhnlich gesehen habe. Dank ihm, kenne ich nun mindestens vier neue Plätze in meiner Wohnung, die wunderbar zum fotografieren mit Models klappen.

10354754_1005447102834593_6384015515225364758_n

Model: Sharon Phoenix Fotograf: Alex Phoenix Bergner

Tipp am Schluss:

Versucht euch von anderen leiten zu lassen. Achtet darauf wie ein Besucher, eure Wohnung/Studio sieht und wo er sofort shooten würde. Stellt euch in eure Umgebung, als würdet ihr fremd sein und ihr werdet den gewohnten Lebensraum neu entdecken und für euch gewinnen können.

Euer Matthias.