Ab und an mal, sitze ich vor Facebook und Co, lese mir die Kommentare durch und komme aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus.

Die Zeilen welche von machen “Fans” geschrieben werden sind eigen, ja manchmal sogar beleidigend oder einfach nur dämlich.
Auf 30 Beiträgen die Loben und ihr Gefallen ausdrücken kommen 3, die mir den Tag versauen und genau diese, lassen mich an meinen Arbeiten zweifeln. Doch woher kommt das und wie gehe ich damit um?

Jap, ich bin mir bewusst, ich poste meine Bilder und Arbeiten in öffentlichen Netzen und erwarte von Beginn an Kritik und erhoffe mir Lob. Anfangs waren die Kommentare und Hilfestellungen auch durchaus liebevoll und bedacht geschrieben. Man wies mich auf Fehler hin, machte Vorschläge und gab mir das Gefühl, man will mir helfen besser zu werden.

Die Zeiten haben sich geändert: 

Nun möchte ich mich nicht als alten Hasen sehen, jedoch ist die Zeit in der man mich als jungen Neuling in der Szene gesehen hat schon längst vorbei und der Erwartungsdruck ist gestiegen. Die Beiträge der Fans und Beobachter haben sich geändert, kaum einer nimmt mich höflich zur Seite und beschreibt mir die Fehler die er entdeckt hat, sondern man wirft mir aufgefallene Probleme in meinen Bildern schon fast vor. Es wirkt als würden viele nur kopfschüttelnd vor meinen Arbeiten setzten und versuchen die berühmten fünf Fehler zu finden 😉
Gut, damit musste ich umgehen lernen, doch die Frage ist immer, in wie weit ich darauf eingehe und vor allem, wie rechtfertige ich womöglich Übersehenes oder gar schlampig ausgearbeitete Stellen in Bildern.

Was viele nicht wissen, ist die Tatsache, dass Zeit in den letzten Jahren knapp geworden ist, der Druck ständig neue coole Sachen zu posten ständig steigt und und ich eben auch nur ein Mensch bin bei dem nicht immer alles rund läuft.
Zwischen “normalen” Kundenaufträgen boxt man ab und an mal ein neues Bildchen raus, eines das einem auf der Herzen liegt, das man schon lange machen wollte und für das man, dank des täglichen Geschäfts kaum mehr Zeit findet.
Soll nicht heißen, dass ich jetzt einen Freibrief habe um schlechtere Werke zu erschaffen, aber ich sehe genau in den Problemen den Grund für manche Diskussion unter meinen Postings.

Anbei ein Beispiel für Kritik an einer Arbeit. (was nun wirklich verbesserungswürdig ist und was einfach nur Augenauswischerei ist bleibt dahingestellt)

Ich hab mir mal erlaubt die Fehler einzutragen, die Facebook-Fans daran gefunden haben.

Ich hab mir mal erlaubt die Fehler einzutragen, die Facebook-Fans daran gefunden haben.

Nun gut, wie geht man damit um? 

  • Alles was beleidigend ist oder nicht auf meine Seite passt, weil es Menschen verletzt, oder Minderheiten angreift wird ohne Kommentar gelöscht.
  • Ich versuche mich zu verteidigen mit lockeren postings um meinen Bildbetrachtern zu zeigen, dass einiges dann doch etwas übertrieben zerlegt wurde.
  • Ich mach mir Listen um Probleme und Fehler aufzuschreiben
  • Ich nutze den kommenden Morgen, um Bilder zu verbessern und auf manche Wünsche und vor allem Ideen eingehen zu können.

    “Und genau aus dem letzten Punkt ziehe ich das meiste positive! Denn genau so sollte man meiner Meinung nach arbeiten. Ich bilde ein Team mit meinen Fans, lass sie an meinen Arbeiten teilhaben und gehe auf manche ihrer Ideen und Wünsche ein. Versuch sie in einer verbesserten Version meiner Bilder einzubauen und lass sie somit ein Teil meiner Werke werden.” 

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Das Bild wurde verbessert und ich bin auf einige Vorschläge eingegangen.

 

Repost, oder stillschweigend auf anderen Kanälen posten? 

Gibt man jetzt Fehler zu und verursacht dadurch bei weiteren Uploads noch mehr Kritik, oder steht man darüber und nutzt nur ein soziales Netzwerk um Probleme zu sortieren, sie dann zu verbessern und später wo anders online zu stellen?
Ich mach beides. 🙂 Gebe aber auch mit einem Text wie “anbei die verbesserte Version…” zu, mich auf die Gedanken und Ideen der Fans eingelassen zu haben.

Fazit: 
Ich kann, werde und möchte vor allem nicht auf alle Kritikpunkte eingehen und es ist mir auch nicht möglich alle Wünsche zu verbessern, aber ab und an mal muss ich zugeben, dass von den 50K Fans, einige sich schon gute Gedanken machen und mir durchaus weiterhelfen können.

Der Geschmack liegt jedoch ganz und gar bei mir und meinen Kunden/Auftraggebern. Was in meinen Arbeiten dargestellt wird sind meine Ideen oder Wünsche und daran lass ich keinerlei Kritik. Und falls gar nichts hilft, schnaufe ich einfach tief durch und zitiere Pavel Kaplun mit den Worten “der Künstler hat es so gewollt” 😉
Euer Matthias