Nach meinem letzten Kinobesuch, in dem mir nicht nur Raumschiffe, sondern auch unglaublich coole Roboter um die Ohren flogen, beschlossen wir nach recht kurzer Überlegung den wohl lieblichsten Droiden aller Zeiten zu Bauen. BB-8

Die Planung:

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Schnell stand fest, der runde Freund soll nicht nur einige neue Bilder zieren und in Copmposings eingebaut werden, nein er muss auch ein Hingucker in den ARTstudios werden.

Brainstorming: 

Wie bei jedem Bauprojekt, das bestimmt etwas Geld kosten würde, machten wir eine kleine Sitzung im Team um eine Einkaufsliste zu erstellen, rauszufinden welche Bauteile man wo bekommt und einen Plan zu erstellen, wo man anfängt und wie der Bau von statten gehen soll.

Bauplan:

407639dccfe2b934f2c273a300fda328Da hilft natürlich das Internet gut weiter und nach ein wenig Suchen, fanden wir dann auch schon sehr brauchbare Pläne und Videos, die andere Künstler vor uns erstellt haben. Unser Ziel war es nicht einen fahrenden Roboter zu bauen, BB-8 sollte einfach nur stehen, nicht umfallen und die wichtigsten Elemente beinhalten. Nach folgenden Plänen konnten wir mit der Einkaufsliste starten:
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Einkaufsliste:

BB-8 besteht aus einer großen und einer kleinen halben Kugel die den Kopf bildet. Markant ist dabei, dass so gut wie alle Elemente am Droiden, lediglich aufgemalt sind und nur wenige Teile Vertiefungen, Antennen, oder Schalter/Lichter aufweisen. Wunderbar, das macht die Sache einfach und die Motivation es schnell bauen zu können stieg.

  • Styroporkugel 50cm DurchmesserBB-8-Plan-FINAL
  • Styroporkugel 30cm Durchmesser
  • Plexiglaskugel 15cm Durchmesser
  • Plexiglaskugel 5cm Durchmesser
  • Styroporring 30cm Durchmesser
  • Kittpaste für Styropor
  • Heizkörperlack weiß
  • Lack silbergrau
  • Klebefolie Orange
  • Klebefolie schwarz
  • Klebefolie Silber
  • 1 Kg Hantelscheibe
  • Styroporkleber
  • Heißklebepistole
  • Schleifpapier 120 und 200
  • Pinsel breit und spitz
  • Spachtel
  • alte Optik/Linse in meinem Fall ein 16/35mm

Die oben genannte Liste ist selbige, welche ich am Schluss jetzt bereitstellen kann. Ihr werdet unten an den Bildern feststellen, dass wir viel versucht haben und bei einigen Teilen gnadenlos versagten und erst im Laufe der Zeit die richtigen Bauteile und Materialien für uns fanden. (es war dann doch nicht so einfach 😉 ) 

Schritt 1:

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Die Styroporkugeln wurden auf Amazon bestellt und auf einem großen Werktisch aufgebaut. (achtet beim Nachbau darauf, dass ihr einen Arbeitsplatz habt, an dem Teile gut trocknen können, der Raum gelüftet werden kann und Schleifstaub kein Problem ist)

Schritt 2: 

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Noch ohne Klebstoff zusammengesteckt ergaben die Kugeln schon die typische Form des Roboters. Ein Aschenbecher diente uns beim Bau lange Zeit als Stütze um die Kugel stabil zu halten.

Schritt 3:

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Der erste Fehler in der Planung. Wir nutzen große Töpfe und Schüsseln aus unserer Küche um die Kreise und wichtigsten Formen an der Hülle aufzuzeichnen. Erspart euch das am Anfang noch, ihr werdet sehen warum 😉

Schritt 4: 12669741_1009696992402730_1214800448_o

Um die Verbindungsstreben zwischen den Kreisen einbauen zu können, erhitzte Nina eine Spachtel und brannte gekonnt, die Striche ein. (auch dieser Arbeitsschritt war in Summe leider etwas sinnlos)

Schritt 5: 

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Um die Kugeln am Schluss stabil halten zu können, benötigt es ein Gewicht am Boden der großen Halbkugel. Wir heben selbige mit Tape angebracht. Jetzt würde ich aber sagen: “legt das Gewicht einfach nur rein, klebt es nicht fest, denn am Schluss kann so der Bodenanker noch weitergeschoben werden und ich habt es leichter beim Schleifen und Bemalen”

Schritt 6: 

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Brandung und Löcher für die Linsen sind nun fertig, auch die Plexiglaskugel welche die Optik verdeckt (wurde nur fest reibgeklemmt und mit Heißkleber von innen verklebt) sind schon angebracht und passen recht gut zusammen.

Schritt 7:

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Die Hauptarbeit die nun bevor stand, war es die Kugeln zu verkitten um sie glatt zu bekommen. Wie oben schon zwei mal geschrieben bringt es recht wenig, alles fein und sauber aufzuzeichnen und dann alles wieder zu überkitten. Aber, wir lernen ja gerne dazu und unter uns: Ein Abermaliges Anbringen aller Kreise und Striche geht besser und schneller, wenn man die Arbeit schon mal gemacht hat 😀
Die Paste härtet binnen zwei Stunden aus, dient nicht als Kleber, ist aber schleifbar und wird erstaunlich hart. Nicht verzweifeln, die Tuben wirken lehr, da die Masse sehr luftig und leicht ist. Mit vier Tuben konnten wir alle Kugeln verkitten und “recht” glatt verschleifen. (daher dauert dieser Arbeitschritt rund 8 Stunden)

Schritt 8: 

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Es benötigt rund drei Kitt- und Schleifgänge, bis alles fein und glatt ist. Eine furchtbare Arbeit, jedoch macht es Sinn Styropor zu nutzen, da es leicht, schmiedbar, und kostengünstig ist. Man verzweifelt zwar, bis das Ergebnis gut wirkt, aber ich würde das Material abermals nutzen.

Schritt 9: 

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Nun kommen wir zu dem Teil, an dem ich alles aufgeben wollte 🙂
Die meisten Lacke haben die Eigenschaft Styropor zum Schmelzen zu bringen. Wusste ich, hab ich nur gekonnt ignoriert und mich auf mein Glück verlassen. Ich rate wirklich viel Schleifpaste aufzutragen und die ganzen Kugeln fest einzudecken. Oder ihr besorgt euch eine Grundierung für das Material mit dem man normal auch Stuck in Barockzimmern überstreichen kann.
In meinem Fall, benötigte es zwei Kitt und Schleifgänge mehr um die falsch lackierten Stellen auszubessern und schön zu bekommen. Der Lack wurde per Dose aufgetragen, abermals zwischengeschliffen, noch mal gesprüht und zu guter Letzt dann mit Klarlack versiegelt. (Arbeitsaufwand rund 7 Stunden)

Schritt 10:

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12656346_1009697275736035_210689758_oDas Einbauen der Kuppeln und weiteren Linsen war kein Problem. Alles konnte mit Klebstoff fixiert werden und es machte Spass, den großen Arbeitsschritt zu bestreiten. Wer sich nun fragt wie wir die orangen Teile angebracht haben, bekommt folgenden Tipp von mir. Besorgt euch im Baumarkt für den Fußboden Trittschalldämmung. Unsere konnte man wie eine Ziehharmonika falten und die Dämmung kann sehr einfach mit einem Messer geschnitten werden. Der Kranz um dien Kopf wurde erst mit Folie beklebt und dann zugeschnitten und aufgeklebt.

Schritt 11: 

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Wie in Schritt 10 beschrieben wurde so auch der Kopf gestaltet. Dabei nutzen wir jedoch einen silbernen Lack, den ich heute auch durch Klebefolie ersetzten würde.

Schritt 12: 

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12695646_1009697565736006_320310007_oDie Beklemmung war bestimmt der größte Aufwand, jedoch kannten wir uns ja schon mit der Beschriftung aus und wussten wie groß die Kreise und deren Anordnung sein wird. Eine flache Folie anzubringen ist nicht wirklich schwierig, blöd wird es nur, wenn sie an deiner Kugel beschriftet wird. So konnte man sich nicht vorab alle Teile vorschneiden und anbringen, nein, es wurden alle Kreise in min. 6 Einzelteilen beklebt (ich rede von den orangen Stellen) und auch beim Silber mussten wir alles in kleinen Stücken anbringen. Ich gebe zu dabei nicht 100%ig nach Plan gegangen zu sein, da jedoch jede weitere Folie die verklebt wurde, BB-8 mehr Leben einhauchte, machte es großen Spass, auch wenn selbiger rund 11 Stunden Arbeit in Ansprach genommen hat.

FINALE!!!

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Unser Ziel war es einen BB-8 zu bauen den man auch ohne Probleme im Studio als Hingucker aufstellen kann. Meines Erachtens nach ist uns das auch gelungen, auch wenn einige Teile nicht grad wie aus der Fabrik wirken. Fotografisch und Composing-Technisch gesehen ist der Droide wunderbar zu nutzen und ich freue mich auf den ersten Einsatz bei einem Fotoshooting.
Würde ich das Teil noch mal bauen wollen? Jein, nur wenn ich ihn wirklich benötige und viel Zeit hab, denn der Bau hat mich rund 2 Wochen Zeit gekostet und viele Abende mit einigem an Verzweiflung. Kostentechnisch haben wir rund 120€ benötig was für ein derartiges Projekt recht viel ist. Aber wir haben auch gut was dazugelernt! 😉

Ich beende diesen Blogeintrag mit den Worten: “Möge die Macht mit euch sein und ich hoffe, dass meine Bauanleitung euch motiviert es selbst zu versuchen, oder euch weiterhilft nicht so viele Fehler zu machen”

Euer Matthias und seine Nini

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