Mal etwas ohne Photoshop.
Ja das bin wirklich ich, zwar noch etwas jünger und bestimmt ein zwei Kilo leichter (heute würde ich eine Minute schneller unten ankommen 😉 ) aber ich möchte mit diesem Posting etwas sagen:

jup das war mal ich .. 🙂

Posted by Matthias Schwaighofer on Mittwoch, 5. September 2012


Ich war schon immer im Geiste ein kleiner Peter Pan und genau das hab ich auch vor zu bleiben. Schon immer war es mein innigster Wunsch fliegen zu können, ob mit Flügeln, Jetpack oder im All. Es ist für mich auch heute noch der Innbegriff von Freiheit, Lebenslust, Träumerei und womöglich der am schwersten zu erfüllende Lebenstraum.
Eigentlich schade, wenn man weis dass ein Traum womöglich nur mit extrem viel Geld (ich kann die Nasa derzeit noch nicht bestechen) zu realisieren ist, jedoch gab es eine Möglichkeit diesen Wunsch ein klein wenig real zu machen und dem kleinen Jungen der vor 30 Jahren noch „krähend“ durch die Wohnung lief und dachte er könnte Kapitän Hook besiegen, einen Traum zu erfüllen.
 
45 Minuten meines Lebens habe ich ohne Seile, ohne weitere Hilfsmittel außer einem Flugzeug das mich zum Ausgangspunkt meiner Traumreise gebracht hatte, frei in der Luft verbracht.
45 mal eine Minute das Gefühl zu haben frei zu sein.
Denn mein letztes Geld wurde zusammen gekratzt und ich konnte mir innerhalb von drei Wochen meinen Traum des Fliegens realisieren.
 
Tschechien 2010: du stehst an der Luke, 5000 Meter Höhe, unter wölbt sich die Erde in Richtung Kugel. Dazwischen liegt die Freiheit… 4000 Meter freier Fall, 1000 Meter Gleitflug am Schirm (wenn er aufgeht… sonnst bleibt es bei den 5000 Meter, eben frei)
 
Wie ich die 45 Sprünge in meinem Leben heute beschreibe? Nun ich weis dass ich es gemacht habe, ich kann dir aber nicht mehr sagen was genau ich gefühlt habe, da es in Worte zu fassen kaum möglich ist. Ich bin geflogen, durch Wolken gesprungen, darin in selber Geschwindigkeit mit den Regentropfen gefallen (und ja, das wirkt als würden sie um dich herum eingefroren sein wie bei Matrix) und mit anderen Begleitern im Team geflogen.
Ich lag 20 Sekunden am Rücken und wusste, die Welt kommt unten auf mich zu, aber es war wie eine Ewigkeit die nicht zu enden schien und keiner konnte mir diese Reizüberflutung mehr nehmen.
 
Warum ich glaube, daß dieser Post in meinen Blog passt?
Nun das liegt an mehreren Sachen.
Ich bereue heute keine einzige Minute, das Geld aufgebracht und mich womöglich etwas verschuldet zu haben.
Ich konnte zum ersten mal sagen, dass ich mich das getraut habe und ich konnte ab nun in meinen Träumen dieses Gefühl mit einbauen, da es nun real war und ich wusste jetzt wie Fliegen geht.
Die Zeit in der Luft hat meine spätere Kreativität extrem geprägt. Sie bestärkt mich auch heute noch an Dinge zu glauben und Bilder zu erschaffen, die auf Gefühle aufgebaut sind. Eine Bereicherung die ich unsagbar schätze. Es war das Beste das ich mir je gegönnt hatte!
 
 
Warum bliebe es nur bei den 45 Minuten?
Das lag daran, dass ich neben dem Glücksgefühl, dem Adrenalin und der Freude, auch den Leichtsinn erleben durfte und unglaublich wahr nahm.
Der letzte Sprung war einer den ich unbedingt noch machen wollte. Ich bin an dem Tag schon vier mal gesprungen und der Start der Maschine stand kurz bevor. Ich musste mich beeilen, meinen Schirm schnell packen und die Anmeldung tätigen.
Stress, Hektik und der innigste Wunsch noch ein mal bei Abendstimmung fliegen zu gehen führte zu einem fatalen Fehler.
Beim Packen verstaute ich die Lenkseile die mir Kontrolle nach dem Öffnen des Schirms verschafften, nicht richtig in meinem Gurtzeug.
Das hatte zur Folge, dass nach dem öffnen des Schirms, die Kontrolle zum Lenken beinah unmöglich war. Mein Körpergewicht zog die Verknoteten Leinen fest zusammen und der Stress in mir baute sich auf.

Ich hing zwar gut am Schirm, steuerte doch in Richtung Stadt zu und konnte nicht den Landeanflug unter mir auf den großen Wiesen anvisieren.

 

 
Ich hatte rund eine Minute Zeit mir zu überlegen den Schirm zu kappen und den Notschirm zu werfen, oder es zu wagen, zwischen Stadtmauern und Einkaufsstrassen eine Notlandung auf hartem Untergrund zu machen.
Jetzt frag ich dich, was du gemacht hättest… du bist derzeit in Sicherheit, dein Schirm war ja schon offen. Traust du dich ihn zu lösen und auf ein weiteres Hilfsmittel wie dem Ersatzschirm zu vertrauen? Eine Minute Zeit…
Ich entschied mich für keine der beiden Optionen und während ich nun diese Zeilen schreibe bekomme ich immer noch nasse Hände.
 Ich bin kein einziges mal mehr gesprungen, packte unten am Boden angekommen den Schirm, gab ihm am Flughafen ab und fuhr nach Hause. Auf der Autobahn flossen mir die Tränen über die Wangen, ich zitterte am ganzen Körper und mein Kopf begann zu realisieren was ich falsch gemacht hatte und warum ich noch am Leben war.
Denn drei Abende zuvor, lachten wir noch in einem Pup über YouTube-Videos von Springern, deren Schirme nicht lenkbar waren, die in Bäumen landeten oder lustig in den Seilen verhangen am Boden ankamen.
Eines dieser Videos (ich finde es bis heute leider nicht mehr) zeigte eine Frau die beim öffnen des Schirms mit den Händen in die Tragseile geraten war. Selbige wickelten sich anscheinend um ihre Finger und sie konnte die Leinen nicht mehr lockern. Durch die Verlagerung ihres Körpergewichts und bestimmt unter extremen Schmerzen, war es ihr so möglich gewesen kleine Kurven zu fliegen und so zu einer sichern Landung zu kommen.
Dieses eine Video über das wir noch unter extremen Selbstbewusstsein, Tage zuvor gespottet hatten, verhalf mir wohl meinen fatalen Fehler auszubügeln und sicher den Boden unter den Füßen zu spüren.
Ich hatte fünf Stunden Zeit nach Hause zu fahren, fünf Stunden die ich in Gedanken versunken eine Lektion fürs Leben gelernt habe. Eine für mich, eine die wichtig war und eine die mein Leben im Nachhinein sehr geprägt hatte.
 

Ja, ich bin geflogen und ja es war toll!
Jedoch war ich persönlich, nur eine kleine Zeit in meinem Leben dafür geschaffen und denke lieber freudestrahlend an diese 45 Minuten zurück, bau die Gefühle in meine Bilder und Träume ein und lasse es dabei.
 

45 Minuten war ich Pan!

 

 

 

 

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