Hin und wieder bekomme ich das Kompliment, dass meine Arbeiten unverwechselbar seien. Das ist ein wichtiger Grund dafür, dass ich heute von meiner Leidenschaft für die Fotografie und Bildbearbeitung leben kann. Woher aber kommt diese Unverwechselbarkeit?

In diesem Blogbeitrag lade ich Dich ein, mit mir zu ergründen, wie ich meinen Arbeiten meine spezielle Note gegeben habe und vor allem, wie Du das auch machen kannst!

1997

Ich hatte einen Professor in Kunstgeschichte, der von Kunst nicht viel verstand – oder zumindest konnte er es kaum vermitteln, da er meinte es sei die Geschichte wichtig, nicht die Kunst. Hatte ein Künstler es in unseren Kurs geschafft, war er geschichtlich so wertvoll, dass er künstlerisch bestimmt was drauf hatte, so seine Theorie.

Nach späterer, genauerer Beobachtung hatte mein Prof. in einigen Punkten recht, auch wenn mir die Kunst bis heute näher liegt, als die Geschichte.

All die vielen verstorbenen Künstler die man uns beibrachte und über deren Leben wir paukten hatten sich seinerzeit etwas geschaffen, das ihre Arbeiten unverwechselbar, ja manchmal sogar einzigartig, oder bahnbrechend macht. Sie hatten Stil.

Tizian hatte sein Rot, Rubens seine weichen Hauttöne, Hendrick ter Brugghen seine extremen Lichter das auf seinen Porträts einwirkten. Unverwechselbar, einzigartig, wiedererkennbar.

Und auch wenn ich den Unterricht meines Professors langweilig und nicht wirklich informativ fand, eines konnte er mir sehr schnell beibringen. Wenn du als Künstler Erfolg haben willst, heb’ dich von der Masse ab, schaffe etwas mit dem man dich wieder erkennt, gib dem Betrachter ein Markenzeichen in deinen Bildern und verschaffe ihnen ein Siegel, das man dir zuweist!

2007

Ja, total easy, kein Problem. Ich mach meine Bilder einfach in schwarz-weiß und immer was kleines farbiges mit rein!

Genau das war mein Ansatz dem ich am Anfang folgte und leichtgläubig bauschte ich in hohem Bogen meine Bilder im Internet auf. Und mit dieser Einstellung, dem Glauben schon recht früh am Anfang meiner fotografischen Laufbahn einen Stil gefunden zu haben stapfte ich los und machte das Netz mit diesen Arbeiten unsicher.

Es dauerte lange bis ein Freund mir zeigte, dass ich zwar einen Stil habe, jedoch es nicht meiner war, sondern eine Technik, die zu der Zeit fast jeder schon in seinem Portfolio hatte. Uns so ganz nebenbei: es war furchtbar und ich lache heute noch über diese Arbeiten. Ich schoss das Thema “eigener Stil” über den Jordan und verfolgte ab diesem Zeitpunkt andere Interessen in der Fotografie.

2010

Einigermaßen überraschend fand ich plötzlich unter Beiträgen von mir auf Facebook, Fotocommunity und Co Nachrichten von Menschen die sich so lasen: “Unverkennbar, ich wusste schon bei der kleinen Voransicht, dass muss ein Schwaighofer sein”

WAU, geil ich hatte einen Wiedererkennungswert, nur was war es, ich war mir nicht sicher. 😀 Die Leute glaubten mein Bilder aus der Masse rausstechen zu sehen, aber ich konnte dem nicht folgen, für mich waren es ganz normale Arbeiten. Doch schaut mal selbst und versucht Ähnlichkeiten zu finden:

Kontraste Farben, Lichteinfall und natürlich auch die Art und Weise was dargestellt wurde. Mittlerweile ist es mir klar, nur war das anfangs nicht so leicht.

Unbewusst und durch viele Versuche gute Bilder zu schaffen ist ein Bildstil entstanden den ich bis heute durchziehe. Blau und Gelbtöne die komplementär zu einander stehen, Kontraste und Schärfeverläufe…

Er ändert sich zwar leicht, hält aber immer an einem Punkt fest. Das was mir gefällt und das was ich an Farben nutze, ist ein großer Teil meines Stils. Er macht mein Bild aus, er gibt ihm Stimmung, er bringt Leute dazu mich zu erkennen.

2017

Die Welt der Fotografie und Bildbearbeitung ändert sich laufend. Und ich hoffe auch, dass sich deine Bilder ständig ändern und du Techniken erlernst die dich weiter bringen. Unser Medium ist ein so großes, dass man nie ausgelernt hat und immer weiter neue Dinge erlernen kann.

Zum Vergleich: das ist vom Brownz

Das ist toll, nur wie soll man einen Stil finden und ihm treu bleiben?

Peter Brownz und ich haben uns diese Frage hin und her, vor und zurück überlegt. Es ist keine nachhaltige Strategie, mit Motiven aus der Masse stechen zu versuchen, sie werden irgendwann ausgehen. Es würde schon genügen, eine Farbstimmung zu finden, in der man gerne viel Material verarbeitet. Wir haben das analysiert und dabei ein System gefunden.

Eine eigene Farbwelt zu kreieren ist nämlich nicht Glücksache. Wie in der Musik nicht alle Töne zu einem Akkord passen, so funktioniert das auch mit den Farben. Wir können Dir viele verschiedene Ausgangspunkte zeigen, von denen aus Du auf die Reise gehen kannst. Und wir zeigen Dir, die Richtung, in die Du gehen kannst.

Lass Dich ein auf diese Reise, Du könntest dabei Deine Arbeiten neu erfinden.

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